Gründung des Bürgervereins 1911


Bedingt durch den Wegfall der örtlichen Verwaltung und angesichts der ehrgeizigen Expansionspolitik von Franz Adickes samt den im Eingemeindungsvertrag gemachten Versprechungen hielten es verantwortungsvolle Bürger Praunheims für sinnvoll, einen Bezirksverein zu gründen.

Dieser, nichts anderes als ein Bürgerverein, formierte sich 1911. Als Interessen-Vertretung der damals 1413 Bürger (auf einer Fläche von 455 Hektar) gegenüber der Stadtverwaltung sah er seine vornehmliche Aufgabe in der Kontrolle der im Eingemeindungsvertrag gemachten Zusagen, inhaltlich und im zeitlichen Ablauf.

Dazu zählte auch die außervertraglich gemachte Zusage, dass die Stadt Frankfurt bei Vergebung städtischer Arbeiten und Lieferungen im Bezirk Praunheim vor- zugsweise ortsansässige Gewerbetreibende berücksichtigen will. Bis zur Bildung des Ortsbeirats 7 im Jahre 1972 galt der Bürgerverein als AnlaufsteIle, um Rechte und Forderungen Praunheimer Bürger zu stützen - besonders, wenn es um so heikle Themen wie Zwangsenteignung ging. Auch Fragen der Grundbesitzbesteuerung fanden in den zwanziger Jahren ein offenes Ohr.


Die 31 Gründungsmitglieder sind namentlich bekannt:

Nikolaus und Reinhard Bernhardt, Christian Bender, der Gastronom Heinrich Christoph, die Landwirte Philipp sowie Heinrich Euler II und III. Die Frischmanns waren mit Karl und Ludwig vertreten. Zu Eduard Huth gesellte sich der Bäcker Andreas Hertlein nebst den Gastronomen Heinrich Hofmann und Hartmann Hebe.
Weitere Namen:
Andreas Knebel, Heinrich Neumann, Adam Otto, Ludwig Pfeil, Jakob Rommel, Heinrich Schweizer und der Malermeister Wilhelm Ruppel. Ob es sich bei Jakob Schwarz um den frustrierten Ex-Bürgermeister
handelt, bedarf intensiverer Recherchen. Jean Simon, Nikolaus Schütz, Friedrich Wilhelm und Wilhelm Schreyvogel, dessen Sohn sich mit Elektrizität beschäftigte, gehörten ebenfalls zur Gründungs-Riege.
Die Fuhrunternehmer Wilhelm Walter und Fritz Winter, die Wagnerei Wenzel mit Balthasar und Heinrich sowie Heinrich Schneider werden im Gründungsprotokoll aufgeführt. Beeindruckende Gemälde vom beengten Innenleben der Wagnerei Wenzel und dem Eulerhof, geschaffen von Karl Luckhardt, existieren heute noch in Privatbesitz.
Nur ein Namensvetter des heutigen Bürgervereins-Vorsitzenden ist das damalige Gründungsmitglied Philipp Windecker, da kein Verwandtschaftsverhältnis festgestellt werden konnte.

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